Freie Sicht für den Kiebitz

Arbeitseinsatz zur Beseitigung von Weidenaufwuchs im Kiebitz-Lebensraum

Der Kiebitz war eins weit verbreitet, findet aber heute nur noch wenige geeignete Brutplätze. Der NABU Leipzig engagiert sich für den Erhalt dieser Lebensräume, um die letzten Kiebitze der Region zu retten. Zu den geeigneten Flächen gehört auch der Kleewinkel am Bienitz. Dort breiten sich Weiden aus, wenn der Aufwuchs nicht eingedämmt wir, können Kiebitze, die auf feuchte Wiesen und freie Sicht angewiesen sind, dort nicht mehr brüten. Am 17. Februar 2024 fand daher ein Arbeitseinsatz für den Kiebitzschutz statt. 15 engagierte Vogelschützer des NABU Leipzig machten sich dort von 10 bis 13 Uhr ans Werk.

 

Fleißige Kiebitzretter. Foto: NABU Leipzig
Fleißige Kiebitzretter. Foto: NABU Leipzig

Im Schilfgebiet mussten die Stockausschläge von Weiden entfernt werden. Die Weiden sind mittlerweile im Schilf sehr hoch gewachsen und überragen es um einige Meter. Um ein Überwachsen des Schilfs durch die Weiden zu verhindern, müssen sie regelmäßig entfernt werden. Der ansässige Landwirt soll zukünftig diese Aufgabe übernehmen, aber bis es soweit ist, hat die Naturschutzbehörde den NABU Leipzig um Unterstützung gebeten, um die Stockausschläge zu entfernen.

 

Gummistiefel waren bei dem Arbeitseinsatz unverzichtbar. Fotos: Beatrice Jeschke

 

Die Kiebitzwiese befindet sich genau gegenüber dem Schilfgebiet. Wenn die Weiden so hoch wachsen verhindern sie eine Ansiedlung des Kiebitz, da Bäume in der Nähe des Brutgebietes (ca. 50 Meter) als Bedrohung wahrgenommen werden. Sie könnten beispielsweise Ansitzwarten für Greifvögel und Krähen sein.

 

Der Arbeitseinsatz wurde durch den hohen Wasserstand im Schilfgebiet etwas erschwert, Gummistiefel waren essenziell. Zudem stellte sich heraus, dass viel mehr Gehölz zu entfernen war als ursprünglich gedacht. Das Schneiden der Gehölze dauerte deshalb mehrere Stunden. Aus dem Schnittgut wurden zwei Totholzholzhaufen am Rand des Gebietes errichtet, die wertvoller Lebensraum für allerlei Getier werden können.

 

 

Aus dem Schnittgut wurden zwei Totholzholzhaufen am Rand des Gebietes errichtet. Fotos: Beatrice Jeschke

 

In verschiedenen Bereichen des Schilfgebiets, vor allem direkt am Rand zur Kiebitzwiese, konnten einige hohe Weidengehölze entfernt werden, das ist eine sehr gute Ausgangsbasis, um noch weitere Gehölze zu zurückzuschneiden. Ein erneuter Biotoppflegeinsatz im Herbst 2024 wird dafür notwendig sein.

 

Die AG Kiebitzschutz des NABU Leipzig dankt allen fleißigen Helfer*innen und freut sich auf weitere Unterstützung beim nächsten Arbeitseinsatz!